Schuttersteg

Markierung der Schuttermündung in die Donau mit Metall und Naturstein, Licht

Bis vor einigen Jahrzehnten durchquerte die Schutter die Ingolstädter Altstadt als offenes Gewässer, bevor sie in die Donau mündete. Jahrhunderte vorher war sie als nützliches und wichtiges, Identität stiftendes Gewässer künstlich an die mittelalterliche Stadt herangeführt worden. Im Lauf der jüngeren Vergangenheit wurde die Einmündung des mittlerweile überdeckelten Flusses, die einst auf der Höhe des Neuen Schlosses lag, immer weiter donauaufwärts verlegt.

Heute wird das Wasser, das einen noch sehr schönen Lauf durchs Schuttertal hinter sich hat, den Künettegraben füllend, durch ein Rohr wie durch einen vergessenen Kanal in die Donau gepumpt.

Der Schuttereinmündung soll wieder nachgegangen werden können. Der historische Stadt-Fluss soll als prägendes Element der modernen städtischen Topographie wieder ins Bewusstsein gerückt werden. Die Markierung der Schuttermündung fügt dem Programm, Stadt und Donau einander näher zu bringen, einen wesentlichen Baustein hinzu.



Zur Arbeit: Eine massive Eisenplatte mit der Größe von ca. 2,7 x 4,8 Meter markiert die Bodenfläche unter der Schacht und Schutter(kanal) liegen. Vom Schacht weg knickt die Schutter in einem ca. 45°Winkel donauabwärts. Von diesem Knickpunkt aus, führt – aus der Fläche ausgeschnitten und aufgebogen – ein ca. 60 cm breiter Streifen über den Rand der Eisenplatte zur Böschungskante. Das durch die Aufbiegung entstehende Bodenfenster (ca. 2,5 x 0,6 Meter) gibt den Blick frei auf einen regional typischen Donaukalkstein. In die Oberfläche des Steins sind Textinformation und eine Darstellung des gesamten Schutterverlaufs eingraviert. Die zusätzliche Akzentuierung und Ausgestaltung mit LED-Licht-Markierungen bietet bei Dämmerung und Dunkelheit ein sinnvolleErweiterung der bestehenden Licht-Kunst-Objekte entlang der Donau.

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© Ludwig Hauser 2020